Treffen von Politik und Wirtschaft
"Das Ziel beharrlich verfolgen", so Heidi Jesberger: Aushängeschild der Region beim Becksteiner Kilianstreffen
![]() Frank H. Erlenkamp und Heidi Jesberger. Die Assamstadter Triathletin war Impulsgeberin beim Sankt-Kilians-Treffen in Beckstein. Foto: Jêrome Umminger |
Neben dem Europameistertitel im Duathlon konnte Heidi Jesberger auch schon den Mannschaftsweltmeistertitel im Triathlon holen. Am vergangenen Freitag war sie Impulsgeberin beim St. Kilian-Treffen.
JÉRÔME UMMINGER Tauberzeitung
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Beckstein. Vor drei Jahren wurde das St. Kilian-Treffen der Winzer Beckstein ins Leben gerufenen. Einen besseren Gast für die dritte Auflage hätten Frank H. Erlenkamp, Geschäftsführender Vorstand der Winzer Beckstein, und Herbert Sohns, Vorstandsvorsitzender der Becksteiner Winzer eG, gar nicht finden können. Das Treffen ist nämlich unter dem Motto "Gespräche für das Taubertal" als Kommunikationsplattform für Politik, Wirtschaft und Kultur angelegt.
Frei nach dem Leitsatz "Aus der Region - für die Region" agiert Heidi Jesberger. Als es vor Jahren darum ging, in den Profi-Sport einzusteigen, entwickelte ihr Vater ein regionales Sponsoringkonzept. Das Besondere daran: Er warb nicht etwa große Sporthersteller als Geldgeber an oder brachte sie bei einem renommierten Verein unter. Heidi Jesberger wird im Gegensatz dazu von zahlreichen Firmen und Unternehmen aus der Region unterstützt.
Herbert Sohns beklagte gleich zu Beginn das große Pessimismusdenken in Deutschland und warb auch in Sachen Wirtschaftskrise für mehr Optimismus: "Lasst uns den Karren aus dem Dreck ziehen", appellierte er an die Gäste. Frank H. Erlenkamp kündigte einen unterhaltsamen, lockeren Abend an, dessen Ziel es sei, das Taubertal in Deutschland und der Welt bekannt zu machen.
"Eine, die es schon geschafft hat, ist Heidi Jesberger", begrüßte er die Extremsportlerin aus Assamstadt, die als Impulsgeberin Parallelen ihres Sports zur Wirtschaft zog. Jesberger berichtete zunächst über ihre Anfänge. Als ihre Leistungen immer besser wurden, erkannte ihr Vater, der zur damaligen Zeit die Leichtathletik-Abteilung des TSV Assamstadt leitete, ihr Talent, und riet zum Schritt in den Profi-Sport. "Ohne den Zuspruch meiner Eltern hätte ich das wahrscheinlich nie getan", zeigte sich Jesberger dankbar.
Trotz ihrer Sportlerlaufbahn absolvierte Heidi Jesberger eine Ausbildung zur Erzieherin beim Kindergarten St. Marien in Lauda, der sie in ihren sportlichen Ambitionen unterstützte. Das Anerkennungsjahr dehnte die Triathletin auf zwei Kalenderjahre aus. So konnte sie trainieren und an Wettkämpfen teilnehmen. Seit dem Ende der Ausbildung widmete sie sich voll und ganz dem Profisport. "Ich sehe da viele Parallelen zur Wirtschaft."
Wichtig sei es, sich zu Saisonbeginn immer ein großes Ziel zu setzen, und Zwischenziele zu markieren. "Dass nicht immer alles wie am Schnürchen läuft ist klar. Wichtig ist deshalb, ganz fest an das Ziel zu glauben", verriet Jesberger. Das sei in der Wirtschaft genauso wie im Sport. Deshalb dürfe man nie aufgeben und stets "mit Leidenschaft, Begeisterung und Spaß das Ziel verfolgen", versprühte sie Optimismus.
Während der über neun Stunden eines Triathlons kämen immer wieder unerwartete Situationen auf sie zu, berichtete Jesberger. Darauf bereitet sie sich mental vor und könne deshalb schnell reagieren. Ein guter Tipp sei auch, sich selbst auszutricksen. "Wenn ich mir vorstelle, über 40 Kilometer laufen zu müssen, ist das auch mir zu viel", schildert die heimatverbundene Sportlerin. "Deshalb laufe ich nicht 40 Kilometer am Stück, sondern vier Mal zehn Kilometer", plädiert sie für Zwischenziele. So etwas wie Ruhetage kennt Jesberger übrigens nicht. "Wenn wir Triathleten nichts tun, gehen wir halt nur zwei Mal am Tag trainieren", erzählt sie und verrät, dass sie im Jahr beispielsweise 13 000 Kilometer Rad fahre. Momentan habe sie das optimale Alter für ihren Ausdauersport und hofft, dass in den nächsten Jahren "noch was geht". Und wenn irgendwann irgendwann die Karriere endet, hat sie bereits Pläne. "Dann möchte ich eine Familie haben und ein ganz normales Leben führen", erzählte Jesberger lächelnd. Aber: "So ganz wird mich der Sport wohl nie loslassen", spielt sie mit den Gedanken, als Personal-Trainerin zu arbeiten oder mit Kindern Sport zu machen.
Nachricht vom: 16-03-09



